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Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Kennzahlenanalyse

Das Schlagwort Digitalisierung ist in aller Munde und Themen dieser Art rufen eine reflexartige Reaktion hervor: Achtung, hier ist eine neue Entwicklung, die die Finanzverantwortlichen nicht verschlafen dürfen, um nicht als rückständig dazustehen. Dabei zeigt unsere Erfahrung, dass solche Themen kurzfristig häufig überschätzt und die langfristigen Auswirkungen allzu oft unterschätzt werden.

Über die gesamte Wertschöpfungskette werden gegenwärtig digitale Projekte angestossen. Mit dem Internet of Things (IoT) erlebt die technologische Entwicklung eine neue Ausbaustufe und schafft weiteren Effizienzgewinn und Erlössteigerungen. Dabei wird häufig vergessen, die Managementsysteme funktions- oder prozessorientiert an die digitalen Ziele anzupassen. Die neuen Leistungsindikatoren müssen – idealerweise schon im frühen Stadium – gemessen und analysiert werden, um die Effizienz der eingeleiteten digitalen Initiativen steuern zu können. Das bedarf der Konzeption aussagekräftiger digitaler Kennzahlen als Grundlage für das Reporting. Kennzahlen gehören zu den klassischen Instrumenten mit deren Hilfe die Informationsversorgung des Managements in adäquater Weise gewährleistet werden kann. Das übergeordnete Ziel ist es, einen Beitrag zur Sicherung der Lebensfähigkeit von Unternehmen zu erbringen. Neue technische Infrastrukturen für Big Data ergänzen bestehende Systeme und ermöglichen schnellere und detailliertere Analysen sowie bessere Prognosen. Datenanalysekompetenz, fachliches Verständnis der Datennutzung in Geschäftsprozessen und Unterstützung der strategischen Unternehmensausrichtung sind wesentliche Ziele von Big Data.

Dabei gibt es drei Kernherausforderungen zu bewältigen.

Es gilt die digitalen Geschäftsmodelle überhaupt erstmals zu identifizieren, zu steuern und zu messen und übergeordnet eine Leistungskultur zu integrieren, welche die Bedürfnisse der Generation Y aufgreift (siehe nachfolgende Abbildung 1).

Abb. 1: Herausforderung Kennzahlenanalyse in der digitalen Transformation

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Egle, U., Schönbohm, A., Der Controller als Navigator durch die digitale Transformation, 6. Ausgabe, 2015, S. 5

Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts und sie müssen raffiniert werden, um nützlich zu sein

Die Digitalisierung hat bereits viel in Bewegung gesetzt. Die Ergebnisse dieser Entwicklung mögen noch nicht immer klar ersichtlich sein. Aber mit einer Gewissheit müssen wir beginnen zu leben: Das Rad kann nicht mehr zurückgedreht werden. Die Nutzung polystrukturierter Daten unterstützt den Trend, auch im Controlling nicht-finanzielle Kennzahlen und externe Daten verstärkt zu betrachten. Finanzen und Controlling sind schon heute Treiber der Big Data Anwendung im Unternehmen. Ein flexibles und zielgerichtetes Konzept zur Messung des digitalen Wertbeitrags kann das nachfolgende Digital-Cockpit (siehe nachfolgende Abbildung 2) mit seinen drei Wertdimensionen sein.

Abb. 2: Kennzahlen Digital-Cockpit 

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Egle, U., Schönbohm, A., Der Controller als Navigator durch die digitale Transformation, 6. Ausgabe, 2015, S. 7

Die Chancen und Risiken steigen mit jeder Phase der Digitalisierung. Eine Digitalstrategie impliziert bereits einen signifikanten Einsatz von Ressourcen und Managementkapazitäten mit der Chance, optimal an Wachstumspotenzialen partizipieren zu können. Der Digitalisierung wir nachgesagt, dass sie mit einer massiven Freisetzung von Arbeitskräften einhergehen könnte. Automatisierte Anwendungen werden zweifelsohne auch in der zukünftigen digitalen Kennzahlenanalyse Einzug halten. Allerdings dürfte sich die Analysefähigkeit künstlicher Intelligenz noch etwas hinziehen. Korrelationen aus einer Wust von Daten herauszuarbeiten, ist das eine; zu entscheiden, ob hinter einer Korrelation eine für das Unternehmen relevante Kausalität steckt, das andere. Bei letzterem sollten Menschen gegenüber Maschinen (noch) einen deutlichen Vorteil haben. Dennoch tun weitsichtige Unternehmer gut daran, sich zeitnah mit der Identifikation, Messung und Steuerung sowie kulturellen Integration der digitalen Transformation auseinander zu setzen.

Der einstige Sowjetführer Michail Gorbatschow hat ein Satz geprägt, der im Kommunismus ebenso seine Gültigkeit hatte, wie heute im Zeitalter der Digitalisierung: «Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben».

Letztes Update am Oktober 10, 2017

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