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Aufgaben und Funktionen der Finanzbuchhaltung

Was sind die Aufgaben und Funktionen der Finanzbuchhaltung?

Täglich entnehmen wir den Zeitungen Schlagzeilen, die von Gewinnsteigerungen, Umsatzrekorden oder Ertragsrückgängen berichten. Woher stammen diese Informationen, wie werden sie ermittelt?

Durch das systematische Sammeln und Gruppieren von kleinen Einzelgeschehnissen werden Informationen gewonnen, von denen jede einzelne, für sich allein betrachtet, kaum einer Erwähnung wert wäre.

Ein Beispiel:

Wenn Frau Huber in einem Supermarkt für CHF 120.- Lebensmittel einkauft, wird dieser Vorfall weder die Öffentlichkeit noch einen Geschäftsführer besonders interessieren. Erst die Summe solcher Einzelverkäufe zu Tages-, Monats- und Jahresumsätzen macht aus den an sich bedeutungslosen Einzelverkäufen eine Information, die bei Geschäftsleitung und Öffentlichkeit auf Interesse stösst.

Ein zweites Merkmal kennzeichnet viele Wirtschaftsnachrichten: Sie gewinnen an Informationsgehalt, wenn sie zu anderen Informationen in Beziehung gesetzt und verglichen werden. So kann z.B. die Meldung, dass eine Unternehmung CHF 100 Mio. Umsatz erzielt hat, erst dann richtig gewertet werden, wenn sie mit den Ergebnissen der Vorjahre verglichen und damit die geschäftliche Entwicklung deutlich gemacht wird.

Letztlich ist für Wirtschaftsnachrichten charakteristisch, dass aus ihnen durch gezielte Verarbeitung neue Informationen gewonnen werden können wie beispielsweise die wichtige Kenngrösse Gewinn aus der Gegenüberstellung von Aufwänden und Erträgen.

Berufsalltag eines Unternehmens

Der Berufsalltag eines Unternehmers ist zu einem grossen Teil ausgefüllt mit Herausforderungen, die Entscheidungen verlangen: Produktionsmittel müssen beschafft, Einkaufs- und Produktionsmengen festgelegt, Verkaufspreise fixiert werden, usw. Jede dieser Entscheidungen hat für die weitere Entwicklung der Unternehmung und damit auch für die Sicherheit der in ihr vorhandenen Arbeitsplätze Konsequenzen.

Unternehmerentscheidungen dürfen deshalb nicht gefühlsmässig und spontan getroffen werden, sondern müssen sich auf Informationen über den aktuellen Stand und die Entwicklung der Unternehmung abstützen können.

Die erfolgreiche Leitung eines Unternehmens ist ohne die ständige Verfügbarkeit aktueller Informationen über das Unternehmensgeschehen undenkbar. Deshalb werden in jedem Unternehmen Informationen über das Unternehmensgeschehen systematisch gesammelt, geordnet und für die Geschäftsleitung aufbereitet. Soweit es sich dabei um Geschäftsvorfälle mit finanziellen Auswirkungen handelt, ist diese Informationssammlung und -aufbereitung Aufgabe der Buchhaltung.

Wer ein eigenes Unternehmen gründen und führen will braucht dazu Kapital, d.h. finanzielle Mittel, die er der Unternehmung zur Anschaffung von Maschinen, Rohmaterialien, zur Zahlung von Löhnen, usw. zur Verfügung stellt. Der Kapitalgeber erwartet dabei, dass das von ihm zur Verfügung gestellte Kapital Ertrag abwirft.

Unternehmen sind deshalb Zweckgebilde, deren Hauptzweck meistens die Erarbeitung von Gewinn ist. Aufgabe der Unternehmensleitung ist es, diesen angestrebten Gewinnkurs der Unternehmung zu überwachen und bei Abweichungen rechtzeitig Korrekturentscheidungen zu treffen. Von der Buchhaltung erwartet der Unternehmer folglich Informationen über die Entwicklung von Gewinn und Verlust.

Barzahlung wird selten

Im täglichen Leben können wir beobachten, dass grössere Anschaffungen nur noch selten gegen Barzahlung getätigt werden. Meistens erhalten wir eine Rechnung, die wir dann zu einem späteren Zeitpunkt bezahlen. Diese Beobachtung gilt in noch viel grösserem Masse für die Unternehmenstätigkeit. Waren und Dienstleistungen werden fast ausschliesslich auf Kredit gekauft und verkauft, sodass in der Unternehmung ständig neue Forderungs- und Schuldverhältnisse entstehen. Für den Unternehmer ist es dabei wichtig, den Überblick zu bewahren, damit einerseits die finanziellen Mittel zur Bezahlung der Schulden rechtzeitig verfügbar sind und andererseits die fälligen Forderungen gemahnt und eingetrieben werden können. Auch diese Informationen über Forderungs- und Schuldverhältnisse erwartet der Unternehmer von der Buchhaltung.

Sollten mit einem Lieferanten oder Kunden gar Streitigkeiten über die Rechtmässigkeit finanzieller Forderungen entstehen, kann ihm die Buchhaltung auch die notwendigen Beweismittel bereitstellen.

Harter Konkurrenzkampf

Die meisten Unternehmen stehen mit ihren Produkten in einem harten Konkurrenzkampf mit anderen Produzenten. Dieser Kampf um die Gunst des Kunden wird nicht zuletzt auch über den Preis ausgefochten. Damit der Unternehmer weiss, welchen Spielraum er bei notwendigen Preisnachlässen zur Verfügung hat, braucht er gesicherte Angaben über die Höhe und die Zusammensetzung seiner Produktkosten. Von der Buchhaltung erwartet er also auch die Kalkulationsgrundlage für die Preisgestaltung seiner Produkte. Schliesslich ist auch der Staat an zuverlässigen finanziellen Informationen aus der Unternehmung interessiert.

Wie von Privatpersonen verlangt er auch von den Unternehmen Steuern, die in ihrer Höhe von der finanziellen Leistungsfähigkeit, d.h. von Gewinn und Eigenkapital, bestimmt werden. Die Buchhaltung hat dabei die zur Berechnung der Steuern notwendigen Angaben zu liefern.

Letztes Update am Mai 2, 2017

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