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Diverse Darstellungen: OR vs. Standards

Das Obligationenrecht (OR)

Die gesetzliche Grundlage für die Rechnungslegung in der Schweiz ist das Obligationenrecht (OR).

Dieses Gesetz ist anfangs des 20. Jahrhunderts entstanden und selbstverständlich weiterentwickelt worden. Trotzdem spürt man im Gesetz immer noch den Geist der Ersterarbeitung. So war die damalige Wirtschaftsstruktur in der Schweiz kleinräumig, d.h. meistens waren Eigentümer und Geschäftsführer dieselben, im Gegensatz zu den angelsächsischen Ländern wie die USA, wo von Anfang an grössere Companies am Werke waren. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber den Gläubigerschutz in den Mittelpunkt gestellt und die transparente Information der Eigentümer erst ins zweite Glied gestellt.

Die Rechnungslegung nach OR

Daher gibt es bei der Rechnungslegung nach OR diverse Möglichkeiten, um stille Reserven (nicht in der Bilanz ersichtliche Reserven) zu besitzen. Dies widerspricht diametral einer transparenten Information für die Eigentümer sowie dem internationalen (vor allem angelsächsischen) Verständnis für die Bilanzierung.

Die Standards

Der Swiss GAAP FER

Aus Gründen der Transparenz – sprich für eine Darstellung nach «true and fair view» – hat man für Schweizer Verhältnisse den Standard «Swiss GAAP FER» entwickelt, welcher von Firmen wie z.B. die Migros oder die SBB angewendet wird. Der wesentliche Unterschied zum OR ist dabei, dass es keine stillen Reserven mehr geben darf (also die Zahlen realitätsnah sind).

Da «Swiss GAAP FER» sich nur auf Schweizer Unternehmungen bezieht und dieser international nicht anerkannt ist, haben sich bei weltweit tätigen Grosskonzernen aber zwei andere Standards durchgesetzt:

  • IFRS: Wird von grossen, vor allem börsenkotierten Konzern weltweit (ex USA) angewandt.
  • US GAAP: analog IFRS, im Wesentlichen in USA

Beide Standards gehen grundsätzlich nach dem «true and fair view» Prinzip vor. Jedoch sind die Anforderungen sehr hoch und die Regelungsdichte enorm (US GAAP noch viel mehr als IFRS). In der Praxisumsetzung sind diese Standards entsprechend sehr aufwändig.

Der Vorteil von Standards

Der Vorteil jedoch ist, dass sich Unternehmungen durch die gleiche Anwendung des Rechnungslegungsstandards einfacher vergleichen lassen und so für den Anleger (Eigentümer) transparentere und viel umfangreichere Informationen zur Verfügung stehen.

Letztes Update am Mai 2, 2017

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