Die Bilanz

Was beinhält die Bilanz?

Die Darstellung der Bilanz erfuhr mit dem neuen Rechnungslegungsrecht einige Anpassungen (siehe Erläuterungen am Schluss) mit verbindlichen Mindestgliederungsvorschriften.

Insbesondere werden in den Aktiven Wertschriften mit Kurswerten von den anderen Wertschriften getrennt ausgewiesen und die Finanzanlagen von den Beteiligungen getrennt aufgeführt. Aktiven mit einem Börsenkurs oder einem anderen beobachtbaren Marktpreis in einem Markt können zum Kurs- oder Marktpreis am Bilanzstichtag bewertet werden, auch wenn dieser über dem Nennwert resp. Anschaffungspreis liegt.

In den Passiven werden sowohl bei den kurzfristigen- als auch bei den langfristigen Verbindlichkeiten diejenigen separat ausgewiesen, die «verzinsliche Verbindlichkeiten» darstellen. Gründungs-, Organisations- und Kapitalerhöhungskosten – die nach bisherigem Recht aktiviert wurden – können nicht mehr aktiviert werden! Auch das Eigenkapital wird neu dargestellt.

Bilanz per 31.12.2015

Aktiven (Verwendung; Wo?)Passiven (Beschaffung; Woher?)
Bilanzsumme (Total)Bilanzsumme (Total)

  • Umlaufvermögen

  • Das Vermögen ist in Form von
    liquiden Mitteln, Forderungen
    oder Vorräte vorhanden
  • Fremdkapital

  • Finanziert durch Dritte

  • Anlagevermögen

  • Das Vermögen ist in Form von
    Sachanlagen oder Finanzanlagen
    vorhanden
  • Eigenkapital

  • Finanziert durch Eigentümer

Die Aktiven

Als Aktiven bezeichnet man das Geschäftsvermögen einer Unternehmung. Um die Übersicht über die Vermögenswerte zu verbessern, werden die Aktiven in der Buchhaltung geordnet: Man führt sie in der Reihenfolge auf, in der sie sich am leichtesten in Bargeld umwandeln lassen (Liquiditäts- oder Flüssigkeitsprinzip). Zusätzlich werden sie in zwei Gruppen zusammengefasst:

Umlaufvermögen: Vermögensteile, die jeweils nach kurzer Zeit, d.h. innert Jahresfrist wieder in Geld zurückverwandelt werden. Weiter unterteilt wird das Umlaufsvermögen in:
  1. flüssige Mittel und kurzfristig gehaltene Aktiven mit Börsenkurs,
  2. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
  3. übrige kurzfristige Forderungen,
  4. Vorräte und nicht fakturierte Dienstleistungen,
  5. aktive Rechnungsabgrenzungen;
Anlagevermögen: Vermögensteile, die der Unternehmung länger als ein Jahr unverändert zur Verfügung stehen. Die weitere Unterteilung ist folgendermassen zu erfassen:
  1. Finanzanlagen,
  2. Beteiligungen,
  3. Sachanlagen,
  4. immaterielle Werte,
  5. nicht einbezahltes Grund-, Gesellschafter- oder Stiftungskapital.

Die Passiven

Als Passiven bezeichnet man die Schulden eines Unternehmens. In der Praxis werden die Passiven nach der Dauer der Kreditfrist geordnet (Fälligkeitsprinzip), wobei die Positionen mit der kürzesten Kreditfrist zuerst aufgeführt werden. Auch die Passiven werden in zwei Gruppen gegliedert:

Fremdkapital: Von Dritten erhaltene Mittel; üblicherweise wird das Fremdkapital weiter unterteilt in:

kurzfristiges Fremdkapital: Darunter versteht man Schulden, welche innert kurzer Zeit (in der Regel 90 Tage, höchstens ein Jahr) zu begleichen sind:

  1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen,
  2. kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten,
  3. übrige kurzfristige Verbindlichkeiten,
  4. passive Rechnungsabgrenzungen;

langfristiges Fremdkapital: Das sind Geldschulden, welche von Dritten dem Geschäft für längere Zeit (über 1 Jahr) zur Verfügung gestellt werden:

  1. langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten,
  2. übrige langfristige Verbindlichkeiten,
  3. Rückstellungen sowie vom Gesetz vorgesehene ähnliche Positionen;
Eigenkapital: Vom Eigentümer überlassene Mittel:

Wenn man vom Geschäftsvermögen die Schulden an Dritte abzieht, so bleibt eine Nettosumme übrig, die letztlich dem Eigentümer zusteht (Reinvermögen). Dass wir diese Mittel zu Recht zu den Geschäftsschulden (Passiven) zählen, zeigt sich auch bei der Auflösung des Unternehmens: Das Eigenkapital stellt dann das Guthaben des Eigentümers aus dem Liquidationserlös dar. Zum Eigenkapital wird nicht nur der einbezahlte Betrag des Eigentümers gezählt, sondern auch erwirtschaftete Gewinne, welche dem Eigentümer zwar zustehen, aber zum Weiterwirtschaften dem Geschäft überlassen werden (Zuwachskapital).

Die Unterteilung des EK ist gesetzlich folgendermassen vorgesehen:

  1. Grund-, Gesellschafter- oder Stiftungskapital
  2. gesetzliche Kapitalreserve,
  3. gesetzliche Gewinnreserve,
  4. freiwillige Gewinnreserven oder kumulierte Verluste als Minusposten,
  5. eigene Kapitalanteile als Minusposten.

Beispiel Bilanz

Ein Beispiel für eine typische (vereinfachte) KMU Bilanz können Sie hier downloaden:

Letztes Update am Juli 24, 2017

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