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Wertberichtigung auf Debitorenforderungen

Wie sieht die Wertberichtigung auf Debitorenforderungen aus?

Das Konto Debitoren bedarf einer Wertberichtigung. Die Zahlungsfähigkeit von Kunden kann sich im Laufe der Zeit verschlechtern, wodurch für den Gläubiger das Risiko entsteht, dass einzelne Forderungen bei Fälligkeit nicht bezahlt werden. Zwar hat das blosse Risiko der Zahlungsunfähigkeit noch keinen Einfluss auf den rechtlichen Bestand der Forderungen. Es mindert aber eindeutig deren wirtschaftlichen Wert und muss deshalb in der Buchhaltung zu entsprechenden Korrekturen führen.

Leistet ein Kunde bei Fälligkeit der Forderung trotz Mahnung keine Zahlung, kann er vom Gläubiger betrieben werden. In diesem Fall wird das Betreibungsamt Vermögenswerte des Schuldners beschlagnahmen, diese anschliessend verwerten und die Forderung des Gläubigers aus dem Veräusserungserlös decken.

Das Betreibungsamt verlangt für seine Tätigkeit eine Entschädigung, die der Gläubiger dem Betreibungsamt vorschiessen muss und die er, zusammen mit seiner Forderung, aus dem Veräusserungserlös der beschlagnahmten Vermögenswerte zurückerstattet erhält.

Beim Gläubiger ist somit folgende Buchung für den Betreibungsvorschuss vorzunehmen:

Debitoren und Liquide Mittel

Zahlt der Debitor nach erfolgter Betreibung, so ist der gesamte Forderungsbetrag (ursprüngliche Rechnung und Betreibungsvorschuss) zu bezahlen. Der gesamte Betrag wird dann mit dem Buchungssatz Liquide Mittel an Debitoren erfasst.

Bleibt die Betreibung erfolglos oder geht der Schuldner in Konkurs, so ist die Forderung (ursprüngliche Rechnung und Betreibungsvorschuss) abzuschreiben. Dies geschieht mittels des Buchungssatzes Debitorenverluste (Aufwandkonto) an Debitoren.

Der Debitorenbestand einer Unternehmung umfasst in der Regel hunderte von Einzelforderungen. Erfahrungsgemäss hat es unter der Vielzahl von Kunden auch eine Anzahl «dubiose Debitoren», d.h. Kunden, bei denen die Zahlung bei Fälligkeit der Forderung fragwürdig ist. Der Wert der Debitorenforderungen ist deshalb geringer als die Summe aller ausstehenden Forderungen. Gemäss dem Grundsatz, dass Vermögenswerte stets vorsichtig, d.h. zum niedrigsten Wert bilanziert werden sollen, muss in der Buchhaltung somit eine Wertberichtigung auf dem Debitorenbestand in der Höhe dieser mutmasslichen Debitorenverluste vorgenommen werden.

Welche Debitoren sind dubios?

Für den Buchhalter entsteht dabei das Problem, dass er im Zeitpunkt dieser Wertberichtigung oft gar nicht weiss, welche seiner Debitoren als dubios eingestuft werden müssen und ob diese Forderungen auch tatsächlich zu einem Zahlungsausfall führen. Er muss deshalb die mutmasslichen Verluste schätzen. Die Wertberichtigung des Debitorenbestandes darf in diesem Fall nicht auf dem Debitorenkonto selbst vorgenommen werden, weil dieses die Summe aller offiziell bestehenden Forderungen aufweisen muss und die Verluste vorläufig noch ungewiss sind.

Das Wertberichtigungskonto – „Delkredere“

Wie bei den indirekten Abschreibungen verwendet man stattdessen ein spezielles Wertberichtigungskonto. Dieses Wertberichtigungskonto trägt die Bezeichnung «Delkredere» und enthält die Summe aller mutmasslichen Debitorenverluste.

Beim Jahresabschluss sind die mutmasslichen Debitorenverluste zu schätzen (dies geschieht in der Regel als Prozentsatz des Debitorenbestandes) und auf dem Konto Delkredere zu erfassen. Das Konto Delkredere ist ein ruhendes Konto und es wird, analog dem Konto Warenbestand, nur Ende Jahr bebucht. Auch hier ist nur die Differenz gegenüber dem Vorjahr zu verbuchen.

Die Buchungen des „Delkredere“ sollen an folgendem Beispiel erläutert werden:

Debitorenbestand Ende Jahr 1: 25‘000.-
Mutmasslicher Verlust 5% des Debitorenbestandes
Buchungssatz: Debitorenverluste an Delkredere 1‘250.-

Darstellung auf der Aktivseite in der Bilanz:
Debitoren        25‘000.-
Delkredere      -1‘250.-           23‘750.-

Debitorenbestand Ende Jahr 2: 30‘000.-
Mutmasslicher Verlust 5% des Debitorenbestandes
Buchungssatz: Debitorenverluste an Delkredere 250.-

Darstellung auf der Aktivseite in der Bilanz:
Debitoren        30‘000.-
Delkredere      -1‘500.-           28‘500.-

Debitorenbestand Ende Jahr 3: 10‘000.-
Mutmasslicher Verlust 5% des Debitorenbestandes
Buchungssatz: Delkredere an Debitorenverluste 1‘000.-

Darstellung auf der Aktivseite in der Bilanz:
Debitoren        10‘000.-
Delkredere          -500.-          9‘500.-

Letztes Update am Mai 2, 2017

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