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Abschreibung und Wertberichtigung auf dem Anlagevermögen

Was sind Abschreibungen und Wertberichtigungen?

Der Wert der Vermögensposten einer Unternehmung verändert sich während eines Jahres durch Zu- und Abgänge und/oder durch Abnutzung und Alterung.

Die flüssigen Mittel (Kasse, Post, Bank) verändern sich durch Zu – und Abgänge. Ihr Wert ist bestimmt durch das Ergebnis des Kassensturzes, durch die Saldomeldung der Post und durch den Kontoauszug der Bank.

Im Gegensatz zu diesen Geldwerten veralten Sachwerte (z.B. Fahrzeuge, Maschinen, Mobilien, Immobilien) und nutzen sich ab. Ihr Wert verändert sich, ohne dass es zu Zugängen oder Abgängen gekommen ist. So sinkt z.B. der Wert eines Fahrzeuges selbst dann, wenn es nicht benutzt wird. Diese Wertminderungen durch Alterung und Abnutzung müssen in der Buchhaltung berücksichtigt werden.

Weil Sachwerte wie Fahrzeuge, Mobilien, Maschinen usw., wie oben beschrieben altern und sich abnutzen, muss in der Buchhaltung jeweils am Ende der Geschäftsperiode eine Wertberichtigung vorgenommen werden. Wie jede Wertminderung vergrössert auch diese den Unternehmensaufwand. Wir verbuchen diesen Aufwand auf dem Konto Abschreibungen.

Direkte Abschreibungen

Bei der direkten Abschreibung wird die Wertminderung direkt vom betreffenden Sachwert (Aktivkonto) abgezogen. Nach dem Abschluss zeigt das Sachwertkonto als Saldo den um die Wertverminderung korrigierten Wert. Wir bezeichnen diesen Saldo als Buchwert.

Folgendes Beispiel soll die Verbuchung verdeutlichen:

Kaufpreis einer Maschine CHF 80‘000.-
Wir schreiben jährlich 10% des Anschaffungswertes ab.

Am Ende des ersten Jahres:
Abschreibungen an Maschinen 8‘000.-
Buchwert in der Bilanz 72’000.-

Am Ende des zweiten Jahres:
Abschreibungen an Maschinen 8‘000.-
Buchwert in der Bilanz 64‘000.-

usw.

In der Bilanz ist demensprechend „nur“ der Buchwert ersichtlich.

Indirekte Abschreibung

Einige Unternehmen ziehen es vor, auf dem Aktivkonto stets den Anschaffungswert des Vermögenspostens stehen zu lassen und die Wertminderung als Korrekturposten in einem Minusaktivkonto «Wertberichtigung» zu sammeln (Minusaktivkonto ist ein Aktivkonto mit „verdrehten“ Vorzeichen). Dabei wird für jedes Sachwertkonto (Aktivkonto) ein eigenes Wertberichtigungskonto errichtet. Wir bezeichnen dieses Verfahren als indirekte Abschreibung.

Folgendes Beispiel soll die Verbuchung verdeutlichen:

Kaufpreis einer Maschine CHF 80‘000.-
Wir schreiben jährlich 10% des Anschaffungswertes ab.

Am Ende des ersten Jahres:
Abschreibungen an Wertberichtigung Maschinen 8‘000.-
Anschaffungswert in der Bilanz 80‘000.-
Wertberichtigung in der Bilanz 8‘000.-
Buchwert in der Bilanz 72’000.-

Am Ende des zweiten Jahres:
Abschreibungen an Wertberichtigung Maschinen 8‘000.-
Anschaffungswert in der Bilanz 80‘000.-
Wertberichtigung in der Bilanz 16‘000.-
Buchwert in der Bilanz 64‘000.-

usw.

In der Bilanz sind dementsprechend neben dem Buchwert auch der Anschaffungswert und die kumulierten Abschreibungen ersichtlich.

Die Darstellung in der Bilanz am Ende des zweiten Jahres sieht auf der Aktivseite folgendermassen aus:

Maschinen                                          80‘000.-
Wertberichtigung Maschinen         -16‘000.-          64‘000.-

Lineare und degressive Abschreibung

Der Unterschied zwischen der linearen und der degressiven Abschreibung liegt in der Berechnung des Abschreibungsbetrages.

Bei linearer Abschreibung wird der Abschreibungsbetrag gleichmässig auf die einzelnen Nutzungsjahre verteilt. Das bedeutet, dass jedes Jahr ein fester, gleichbleibender Prozentsatz des Anschaffungswertes abgeschrieben wird.

Bei degressiver Abschreibung wird ebenfalls während der ganzen Nutzungsdauer ein fester Abschreibungssatz verwendet. Die Abschreibung erfolgt aber nicht vom Anschaffungswert, sondern vom jeweiligen Buchwert. Weil dieser jährlich kleiner wird, vermindern sich auch die jährlichen Abschreibungsbeträge. Bei gleichem Abschreibungssatz bewirkt die degressive Abschreibung ab dem 2. Jahr einen geringeren Abschreibungsbetrag als die lineare Abschreibung. Deshalb werden bei degressiver Abschreibung stets höhere Abschreibungssätze gewählt, wobei die Praxis häufig den steuerlich zulässigen Maximalsatz des doppelten linearen Abschreibungssatzes wählt.

Die degressive Abschreibung entspricht besser als die lineare Abschreibung dem effektiven Wertverlust von Sachvermögen: dieser ist in den ersten Jahren nach der Anschaffung (wegen der technologischen Alterung) relativ hoch, in den späteren Jahren dagegen nur noch gering. Mit dieser Erfahrung stimmt auch die Entwicklung des Buchwertes bei der degressiven Abschreibung überein.

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Letztes Update am Juni 1, 2018

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