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Das neue Schweizer Rechnungslegungsrecht

Das Schweizer Rechnungslegungsrecht seit 2015

Seit dem Geschäftsjahr 2015 (mit Beginn im Jahr 2015) muss das neue Schweizer Rechnungslegungsrecht angewendet werden. Es regelt die Buchführung und Rechnungslegung sämtlicher Gesellschaftsformen. Wie bereits bekannt sein dürfte, sind die Regeln rechtsformneutral. Dafür kommen je nach Grösse der Gesellschaft andere Vorschriften zum Tragen, wobei es deutliche Unterschiede gibt. Es lohnt sich zu wissen, was im konkreten Fall Pflicht und was lediglich Kür ist. Schliesslich soll man auch in der Buchhaltung weder zu wenig noch zu viel machen. Die nachfolgende Tabelle gibt einen guten Überblick.

Einzelfirmen, Personengesellschaften, Stiftungen, Vereine ohne HR-Eintrag und Revisionsstellenpflicht
  • mit Umsatz bis CHF 100’000
Einzelfirmen, Personengesellschaften, Stiftungen, Vereine ohne HR-Eintrag und Revisionsstellenpflicht
  • mit Umsatz bis CHF 500’000
Buchführung über Einnahmen und Ausgaben

  • Sogenannte «Milchbüechlirechnung»

  • Verzicht auf buchhalterische Abgrenzungen Ende Jahr

  • keine zwingende Revisionsstelle

Buchführung über Einnahmen und Ausgaben + Darstellung der Vermögenslage
  • Sogenannte «Milchbüechlirechnung»

  • Buchhalterische Abgrenzungen (Aktive RA / Passive RA) für den Abschluss

  • keine zwingende Revisionsstelle

Für juristische Personen (generell) und für Einzelfirmen, Personengesellschaften über CHF 500‘000 Umsatz:

Alle Gesellschaften bis
  • 20 Mio. Bilanzsumme

  • 40 Mio. Umsatz

  • 250 Mitarbeitende
Alle Gesellschaften über
  • 20 Mio. Bilanzsumme

  • 40 Mio. Umsatz

  • 250 Mitarbeitende
  • Publikumsgesellschaften

  • Genossenschaften mit mehr als 2'000 Genossenschaftern

  • Stiftungen mit Ordentlicher Revision
  • Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang

  • Eingeschränkte Revision

  • Opting out ist möglich für Revision (bis 10 Vollzeitstellen)
  • Bilanz, Erfolgsrechnung, Geldflussrechnung, Anhang

  • Zusätzliche Berichtspflichten (Lagebericht)

  • Ordentliche Revision
  • Anwendung anerkannter Rechnungslegungs-Standards (FER, IFRS)

  • Ordentliche Revision durch staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen

Für die meisten Gesellschaften ergeben sich mit dem neuen Schweizer Rechnungslegungsrecht keine Änderungen. Wer nun doch feststellt, dass gemäss den neuen Regeln entweder zu wenig oder zu viel gemacht wird, lässt sich am besten über die Auswirkungen beraten. Festzuhalten ist weiter, dass die Grundsätze der ordentlichen Buchführung gemäss OR 957a Abs. 2 ausdrücklich in jedem Fall anwendbar sind. D.h. auch bei einer sogenannten „Milchbüechlirechnung“ müssen die Geschäftsvorfälle vollständig, wahrheitsgetreu, klar und systematisch mit Belegnachweis (überprüfbar) erfasst werden. Zudem enthalten andere Gesetze wie z.B. das Mehrwertsteuergesetz ebenfalls Regeln zur Buchführung, die unter Umständen einzuhalten sind.

Letztes Update am Mai 2, 2017

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