Die ordentliche Revision

Die ordentliche Revision ist für grössere Unternehmen vorgesehen. Der ordentlichen Revision unterstellt sind:

  • Publikumsgesellschaften;
  • Gesellschaften die eine Konzernrechnung erstellen müssen;
  • Wirtschaftliche bedeutende Unternehmen;
  • Gesellschaften die ihre Jahresrechnung nach einem anerkannten Rechnungslegungsstandard erstellen.

Als Publikumsgesellschaften gelten Unternehmen, die:

  • Beteiligungspapier an einer Börse kotiert haben;
  • Anleihensobligationen ausstehend haben;
  • Mindestens 20% der Aktiven oder des Umsatzes zur Konzernrechnung einer Gesellschaft nach den ersten zwei Kriterien beitragen.

Wirtschaftlich bedeutende Unternehmen sind solche,

  • bei denen in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren die Schwellenwerte bei zwei der drei Referenzgrössen überschritten werden (CHF 20 Mio. Bilanzsumme, CHF 40 Mio. Umsatzerlös, 250 Vollzeitstellen).

Zudem kann eine ordentliche Revision gemäss Statuten oder GV-Beschluss durchgeführt werden. Eine ordentliche Revision muss auch dann vorgenommen werden, wenn Aktionäre die zusammen mindestens 10% des Aktienkapitals vertreten, dies verlangen. Sind die Voraussetzungen der ordentlichen Revision nicht erfüllt, so muss die Gesellschaft ihre Jahresrechnung durch eine Revisionsstelle eingeschränkt prüfen lassen.

Publikumsgesellschaften müssen als Revisionsstelle ein staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen nach den Vorschriften des Revisionsaufsichtsgesetzes bezeichnen. Die übrigen Gesellschaften, die zur ordentlichen Revision verpflichtet sind, müssen durch einen zugelassenen Revisionsexperten geprüft werden. Basis für die Prüfungsarbeit sind die Schweizerischen Prüfungsstandards (PS), welche im Wesentlichen auf den ISA (International Standards on Auditing) basieren. Die Pflichten und Aufgaben des Prüfers sind entsprechend umfassend.

Die Revisionsstelle prüft, ob die Jahresrechnung (und gegebenenfalls die Konzernrechnung) sowie der Antrag zur Verwendung des Bilanzgewinnes Gesetz und Statuten entsprechen. Im Unterschied zur eingeschränkten Revision prüft die Revisionsstelle auch, ob ein internes Kontrollsystem existiert und erstattet umfassend Bericht an den Verwaltungsrat.

Ebenfalls im Unterschied zur eingeschränkten Revision gibt die Revisionsstelle bei der ordentlichen Revision ein positives Prüfungsurteil ab («Nach unserer Beurteilung entspricht die Jahresrechnung dem schweizerischen Gesetz und den Statuten») und empfiehlt der Generalversammlung, ob die Jahresrechnung zu genehmigen oder zurückzuweisen ist.

Unternehmen, die von Gesetzes wegen zu einer ordentlichen Revision verpflichtet sind, müssen

  • Zusätzliche Angaben im Anhang der Jahresrechnung machen;
  • Als Teil der Jahresrechnung eine Geldflussrechnung erstellen;
  • Einen Lagebericht verfassen.

Anforderungen an die geprüfte Unternehmung aber auch an die Revisionsstelle sind bei der ordentlichen Revision naturgemäss hoch. Es ist deshalb umso wichtiger, die Abgrenzungskriterien zur eingeschränkten Revision genau zu kennen.

Letztes Update am Mai 2, 2017

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