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Mitwirkung der Revisionsstelle bei der Buchhaltung

Was wirkt die Revisionsstelle bei der Buchhaltung mit?

Damit eine Revisionsstelle ihre Funktion überhaupt richtig ausüben kann, muss sie unabhängig sein. So wäre es undenkbar, dass der Revisor z.B. Verwaltungsrat des Prüfkunden ist oder wesentliche Entscheidungen zum Jahresabschluss selbst trifft. Bei der eingeschränkten Revision hat der Gesetzgeber die Tür aber ein Stück weit aufgemacht. So heisst es im Gesetzeswortlaut:

„Das Mitwirken bei der Buchführung und das Erbringen anderer Dienstleistungen für die zu prüfende Gesellschaft sind zulässig.“

Wie ist das zu verstehen und wie weit darf die Mitwirkung der Revisionsstelle gehen?

Die Bandbreite von Dienstleistungen, die eine Revisionsstelle erbringen kann, ist gross. Das geht von der einfachen Korrekturliste am Ende der Revision über die Erstellung von Abrechnungen bis zur Führung der laufenden Buchhaltung oder zu Bewertungsgutachten. Gefahr für die Unabhängigkeit besteht immer dort, wo das Risiko der Überprüfung eigener Arbeiten entsteht. Überprüft ein Revisor seine eigene Arbeit, so ist sein Urteil nicht mehr objektiv. Die gesetzlichen Regelungen zur Unabhängigkeit der Revisionsstelle sind denn auch streng und werden von der Revisionsaufsichtsbehörde scharf kontrolliert. Um aber den KMU-Bedürfnissen nach Entlastung trotzdem gerecht zu werden, hat der Gesetzgeber bei der eingeschränkten Revision diverse Milderung der Anforderungen geschaffen. Eine davon betrifft die Mitwirkung der Revisionsstelle.

So sind wie eingangs erwähnt die Mitwirkung bei der Buchführung und das Erbringen anderer Dienstleistungen explizit zugelassen. Sobald aber das Risiko der Selbstüberprüfung besteht, muss die Revisionsstelle „durch geeignete organisatorische und personelle Massnahmen eine verlässliche Prüfung sicherstellen“. Somit liegt der Ball bei der Revisionsstelle, in wieweit sie Zusatzdienstleistungen beim Prüfkunden anbieten kann und möchte.

Im Detail müssen zwei Kategorien unterschieden werden:

  1. Unterstützende Tätigkeiten im Rahmen der Abschlussprüfung und/oder Erbringen von Dienstleistungen, bei welchen keine Gefahr der Selbstprüfung besteht
  2. Mitwirken bei der Buchführung und/oder Erbringen von Dienstleistungen, bei welchen die Gefahr der Selbstprüfung besteht

Mögliche Handlungen der Revisionsstelle zu 1. sind beispielsweise:

  • Erstellen von Nachtragsbuchungsempfehlungen
  • Erstellen der Jahresrechnung auf Grund der Saldobilanz
  • Erstellen der Steuererklärung
  • Unterstützung bei einer Steuereinsprache

Diese Dienstleistungen sind aus Sicht der Unabhängigkeit unproblematisch. Es sind keine organisatorischen oder personellen Massnahmen erforderlich.

Mögliche Handlungen zu 2. sind beispielsweise:

  • Laufende Buchführung
  • Erstellen von MWST- und/oder Lohnabrechnungen
  • Bewertung einer Bilanzposition des Prüfkunden

Da hier ein Risiko zur Selbstprüfung besteht, muss die Revisionsstelle organisatorische und personelle Massnahmen treffen und den Sachverhalt im Revisionsbericht offenlegen.

In der Praxis darf somit nicht die gleiche Person prüfen, welche auch bei der Buchführung mitwirkt (mandatsbezogene personelle Trennung).  Zudem muss intern sichergestellt werden, dass keine der beiden Personen gegenüber der anderen weisungsberechtigt ist.

Wird von der Revisionsstelle eine verlässliche Prüfung sichergestellt, können sich mit der Mitwirkung viele Vorteile eröffnen. Die Revisionsstelle kennt die Abläufe und Verhältnisse beim Prüfkunden. Zudem verfügt sie über Know-how und Erfahrung in vielen Bereichen. Das kann bei Zusatzdienstleistungen zu wesentlichen Effizienzgewinnen führen.

Letztes Update am Mai 2, 2017

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