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Befristete und unbefristete Arbeitsverträge

Besonderheiten von befristeten und unbefristeten Arbeitsverträgen

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen einem befristeten und unbefristeten Arbeitsverhältnis liegt darin, dass der befristete Arbeitsvertrag automatisch mit Ablauf der vorbestimmten Zeit beendet wird. Ein unbefristeter Vertrag hingegen endet erst mit einer Kündigung. Die Abgrenzung ist nicht nur im Zusammenhang mit dem Beendigungszeitpunkt relevant, sondern hat auch Auswirkungen auf die Probezeit und die Kündigung.

Der befristete Arbeitsvertrag

Bei einem befristeten Arbeitsvertrag ist es wichtig, dass die Befristung bzw. der mit dem Arbeitsvertrag verbundene Endtermin vertraglich vereinbart wird.

Ein befristetes Arbeitsverhältnis endet ohne Kündigung nach Ablauf der bestimmten Dauer. Es darf nur ausserordentlich gekündigt werden. Das heisst, vor dem Endtermin darf das Arbeitsverhältnis nur aus wichtigen Gründen gekündigt werden. Dies liegt beispielsweise vor, wenn das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer derart zerrüttet wurde, dass es schlichtweg unzumutbar ist, das Vertragsverhältnis weiterhin aufrecht zu erhalten.

Beim befristeten Arbeitsvertrag ist gesetzlich keine Probezeit vorgesehen, sie kann jedoch von den Parteien dennoch vertraglich vereinbart werden.

Wenn ein befristetes Arbeitsverhältnis nach Ablauf der bestimmten Dauer fortgesetzt wird, wandelt es sich automatisch in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis um.

Der unbefristete Arbeitsvertrag

Die am meisten anzutreffende Forme eines Arbeitsvertrages ist der unbefristete Arbeitsvertrag. Im Unterschied zum befristeten Arbeitsvertrag, sieht das Gesetz beim unbefristeten Arbeitsvertrag eine Probezeit sowie eine Kündigung vor. Von Gesetzes wegen beträgt die Probezeit einen Monat. Sie darf im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen vertraglich bis auf maximal drei Monate verlängert werden. Des Weiteren darf während der Probezeit jederzeit das Verhältnis von beiden Seiten mit einer Frist von 7 Tagen gekündigt werden.

Sobald die Probezeit erfolgreich überstanden ist, geniesst der Arbeitnehmer einen gesetzlichen Kündigungsschutz. Wird vertraglich keine anderslautende Vereinbarung getroffen, gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen von einem Monat im ersten Dienstjahr, zwei Monaten ab dem zweiten bis und mit dem neunten Dienstjahr und ab dem zehnten Dienstjahr kommt eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Zuge.

Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis kann einerseits ordentlich, unter Einhaltung der Kündigungsfristen, oder auch ausserordentlich, bei Vorliegen eines wichtigen Grundes, gekündigt werden. Beim befristeten Arbeitsvertrag ist nur eine Kündigung aus wichtigem Grund vorgesehen.

Es kann damit durchaus von grosser rechtlicher Bedeutung sein, ob ein Arbeitsvertrag unbefristet oder befristet abgeschlossen wird.

Letztes Update am April 25, 2017

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