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Die Durchführung einer Betreibung

Wie wird eine Betreibung durchgeführt?

Früher oder später wird wahrscheinlich jedes Unternehmen die unangenehme Situation erleben, einen zahlungsunwilligen Kunden zu haben. Doch wie soll man vorgehen, wenn auch Mahnungen nicht weiterhelfen? Entweder leitet man direkt ein gerichtliches Verfahren ein oder man wählt den Weg über die Betreibung. Wie ein solches Betreibungsverfahren eingeleitet wird und welche Schritte unternommen werden müssen, wird in diesem Beitrag erläutert.

Klärung des Betreibungsorts

Zuerst ist es wichtig abzuklären, ob das Betreibungsverfahren gegen eine natürliche oder juristische Person (Unternehmung) eingeleitet wird. Denn nach dem schweizerischen Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) ist insbesondere wie folgt zu unterscheiden:

  • Natürliche Personen sind grundsätzlich an ihrem Wohnsitz zu betreiben;
  • Juristische Personen mit einem Handelsregistereintrag sind grundsätzlich an ihrem Sitz zu betreiben;

Wie leitet man eine Betreibung ein?

Ist die Frage des Vertragspartners bzw. des Schuldners und dessen Betreibungsort geklärt, muss ein sog. Betreibungsbegehren beim zuständigen Betreibungsamt eingereicht werden. Das Betreibungsbegehren enthält unter anderem die Kontaktangaben der Gläubigerin, die Kontaktangaben des Schuldners, und die gesamte Forderungssumme. Sofern vorhanden, können dem Betreibungsbegehren auch Beweise für die offene Forderung beigelegt werden.

Zustellung des Zahlungsbefehls

Nachdem die Kosten für das Betreibungsbegehren vom Gläubiger vorgeschossen wurden (der Kostenvorschuss wird vom Schuldner bei einer erfolgreichen Betreibung wieder zurückerstattet), prüft das Betreibungsamt das Begehren und stellt dem Schuldner einen Zahlungsbefehl aus.

Der Zahlungsbefehl enthält alle Angaben des Betreibungsbegehrens sowie die Aufforderung an den Schuldner, die Forderung innert 20 Tagen zu begleichen oder, sofern er der Meinung ist, die Forderung sei unberechtigt, innert 10 Tagen nach Erhalt des Zahlungsbefehls Rechtsvorschlag zu erheben.

Wie geht es nach Zustellung des Zahlungsbefehls weiter?

Erhebt der Schuldner keinen Rechtsvorschlag, kann die Gläubigerin zur Fortsetzung des Verfahrens ein sog. Fortsetzungsbegehren stellen. Das Fortsetzungsbegehren ist für die Weiterführung des Verfahrens sehr wichtig. Ohne Fortsetzungsbegehren kann es nicht zu einer Pfändung oder zur Konkurseinleitung kommen.

Erhebt der Schuldner hingegen Rechtsvorschlag, wird die Betreibung vorübergehend eingestellt und sie kann nur durch ein Rechtsöffnungsverfahren oder durch einen ordentlichen Prozess fortgesetzt werden. Ob sie das Rechtsöffnungsverfahren oder den ordentlichen Prozess zur Beseitigung des Rechtsvorschlags wählen, hängt massgeblich von den Beweisen für die Forderungen ab und muss im Einzelfall entschieden werden

Erst wenn der Rechtsvorschlag beseitigt wurde, wird das Betreibungsverfahren fortgesetzt und zwar entweder durch eine Betreibung auf Pfändung oder eine Konkursbetreibung.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Einleitung einer Betreibung relativ einfach und kostengünstig ist. Ist der Schuldner jedoch zahlungsunwillig, kann der Weg bis zur Betreibung auf Pfändung doch sehr zeitraubend und aufwendig sein. Es sollte daher im Einzelfall immer abgewogen werden, ob sich ein Betreibungsverfahren und allenfalls Gerichtsprozesse für die ausstehende Forderung lohnen oder nicht.

Sie wollen wissen, was zu tun ist, wenn Sie selbst betrieben werden? Lesen Sie diesen Artikel.

Letztes Update am Juni 21, 2017

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