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Der Inhalt und Einsatz von Vertriebsverträgen

Was sind Vertriebsverträge?

Ein Vertriebs- oder Alleinvertriebsvertrag ist eine auf eine bestimmte Dauer ausgerichtete Vereinbarung, wonach ein Lieferant einem Abnehmer das Recht einräumt, die Produkte des Lieferanten zu beziehen und zu vertreiben. Je nach Ausgestaltung des Vertriebsvertrags hat der Abnehmer das Recht, die Produkte in einem bestimmten Vertragsgebiet alleine oder zusammen mit anderen Vertriebspartnern des Lieferanten zu vertreiben. Üblicherweise sichert der Abnehmer dem Lieferanten als Gegenleistung zu, eine bestimmte Anzahl Produkte abzunehmen, den Kaufpreis für die Produkte dem Lieferanten zu einem bestimmten Zeitpunkt zu bezahlen und den Absatz der Produkte im Vertragsgebiet aktiv zu fördern.

Der Vertriebsvertrag ist üblicherweise als Rahmenvertrag ausgearbeitet, unter dem der Lieferant und der Abnehmer zahlreiche Kaufverträge über eine bestimmte Anzahl von Produkten abschliessen. Oftmals werden diese Kaufverträge durch eine Bestellung des Abnehmers und eine Annahme der Bestellung durch den Lieferanten abgeschlossen.

Bei einem Vertriebsvertrag erwirbt der Abnehmer Eigentum an den Produkten und handelt gegenüber seinen Kunden im eigenen Namen und auf eigene Rechnung, nicht als Vertreter oder Vermittler des Lieferanten. Dies im Unterschied zum Agenten.

Wann werden Vertriebsverträge eingesetzt?

Vertriebsverträge werden in vielen Branchen eingesetzt und können grundsätzlich alle Arten von Waren erfassen. Beispielsweise können ausländische Hersteller mit Schweizer Zwischenhändlern Vertriebsverträge abschliessen und den Schweizer Zwischenhändler ermöglichen, die Produkte des ausländischen Herstellers exklusiv oder zusammen mit weiteren Abnehmern auf dem Gebiet der Schweiz zu verkaufen. Der Gewinn des Schweizer Zwischenhändlers besteht in der Differenz zwischen dem Einstandspreis und dem Verkaufspreis.

Vertriebsverträge können auf verschiedenen Markstufen (Hersteller, Zwischenhänder, Händler) abgeschlossen werden und das Vertriebsrecht kann grundsätzlich sachlich (Vertriebsrecht nur bezüglich bestimmter Produkte), räumlich (Vertriebsrecht nur in Bezug auf ein bestimmtes Gebiet) und zeitlich (zeitlich beschränktes Vertriebsrecht) beschränkt werden.

Vertriebsverträge sind in der Praxis sehr häufig anzutreffen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass insbesondere Alleinvertriebsverträge aus kartellrechtlicher Sicht problematisch sein können. Eine genaue Beurteilung der im Einzelfall vereinbarten Bedingungen ist daher unerlässlich.

Was ist der Vorteil von Vertriebsverträgen?

Der Vorteil von Vertriebsverträgen liegt darin, dass ein Hersteller seine Produkte – ohne grosse Kapitalinvestitionen und ohne eine eigene Vertriebsstruktur aufbauen zu müssen – über die Absatzkanäle des Abnehmers veräussern kann.

In der Regel verfügt der Abnehmer im Unterschied zu Lieferanten auch über ein grosses Know-How und ist daher besser mit den lokalen Gegebenheiten vertraut. Schliesslich hat der Lieferant den Vorteil, dass der Abnehmer die Produkte zu Eigentum erwirbt und damit das Absatzrisiko trägt.

Letztes Update am Mai 16, 2017

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