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Was zu tun ist im Falle einer Betreibung / eines Zahlungsbefehls

Wie geht man als Schuldner bei Erhalt einer Betreibung bzw. eines Zahlungsbefehls am besten vor?

Wenn plötzlich der Betreibungsbeamte mit einem Zahlungsbefehl vor Ihrer Tür steht, ist dies unangenehm. Ein Zahlungsbefehl ist eine Aufforderung im Namen des Gläubigers, den geschuldeten Betrag innert 20 Tagen zu bezahlen oder, bei Bestreitung der Forderung, innert 10 Tagen Rechtsvorschlag zu erheben.

1. Den Zahlungsbefehl abholen

Wird Ihnen mitgeteilt, dass Sie einen Zahlungsbefehl auf der Post abholen sollten, ist es ratsam, den Zahlungsbefehl abzuholen. Eine Nichtabholung bringt grundsätzlich nichts. Sollten sie den Zahlungsbefehl nicht abholen, riskieren Sie, dass die Polizei diesen vorbeibringt. Des Weiteren ist zu beachten, dass der Zahlungsbefehl nach dem schweizerischen Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) ebenfalls als zugestellt gilt, wenn er beispielsweise dem im gleichen Haushalt lebenden Partner oder Partnerin abgegeben wird. Gleiches gilt für bestimmte Mitarbeiter eines Unternehmens.

2. Anerkennen der Forderung

Falls Sie den offenen Betrag Ihrem Gläubiger zu Recht schulden, empfiehlt es sich, die geschuldete Summe inklusive der Betreibungskosten zu bezahlen. Im Endeffekt ist die direkte Bezahlung günstiger als das Unterliegen im nachfolgenden Gerichtsverfahren. Ziehen Sie das Verfahren nämlich weiter, müssen sie grundsätzlich bei Unterliegen auch die gesamten Verfahrenskosten tragen.

Sollten Sie die geltend gemachte Forderung nur in Raten bezahlen können, so müssen sie versuchen, mit dem Gläubiger eine Einigung zu erzielen. Sicherheitshalber ist aber zu empfehlen, Rechtsvorschlag zu erheben.

3. Anfechtung des Zahlungsbefehls

Anerkennen Sie die Forderung nicht, sollten Sie schnellstmöglich Rechtsvorschlag erheben. Dies können sie auch direkt bei Erhalt des Zahlungsbefehls oder innert 10 Tagen nach Zustellung des Zahlungsbefehls tun.

Durch den Rechtsvorschlag wird die Betreibung vorübergehend gestoppt und der Ball wird wieder dem Gläubiger zugespielt, d.h. dieser muss den nächsten Schritt unternehmen.

Es ist zentral, dass Sie rechtzeitig Rechtsvorschlag erheben, denn nach der Zustellung des Zahlungsbefehls verbleiben Ihnen lediglich 10 Tage. Rechtsvorschlag kann entweder schriftlich oder auch mündlich erhoben werden. Eine Begründung, wieso der Zahlungsbefehl angefochten wird, ist nicht erforderlich.

Nun ist wieder der Gläubiger am Ball, d.h. er muss zur Beseitigung der Betreibung den von Ihnen erhobenen Rechtsvorschlag beseitigen.

In Abhängigkeit der Forderungsbeweise muss zur Beseitigung des Rechtsvorschlags entweder ein ordentliches Gerichtsverfahren oder ein sog. Rechtsöffnungsverfahren durchgeführt werden. Erst nach Abschluss dieser Verfahren und der Beseitigung des Rechtsvorschlags kann die Betreibung vom Gläubiger fortgesetzt werden.

Zusammenfassend ist es also äusserst wichtig, bei Bestreitung der Forderung innert 10 Tagen nach Zustellung des Zahlungsbefehls Rechtsvorschlag zu erheben. Damit gewinnen sie Zeit und der Ball wird wieder dem Gläubiger zurückgespielt.

Letztes Update am Mai 2, 2017

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