Der Debt-Equity-Swap

Debt-Equity-Swap – Was ist das?

Insbesondere bei Start-Ups, aber auch bei KMU gibt es immer wieder Situationen, in denen Fremdkapitalgeber bzw. Darlehensgeber, Aktionäre werden und ihre Darlehensforderung in Eigenkapital des Unternehmens umwandeln möchten. Diese Umwandlung von Fremd- und Eigenkapital nennt man Debt-Equity-Swap.

Wann findet ein Debt-Equity-Swap statt?

Ein Debt-Equity-Swap geschieht durch Übereinkunft zwischen der Gesellschaft und einem ihrer Gläubiger. Es wird vereinbart, dass die Schuld der Unternehmung gegenüber dem Gläubiger durch Zuweisung von Aktien „beglichen“ wird. Das Gesellschaftskapital wird anlässlich einer Kapitalerhöhung erhöht und der Gläubiger erbringt seine Liberierungspflicht (d.h. die Pflicht zur Einbringung des Eigenkapitals) durch Verrechnung der offenen Forderung. Nach erfolgter Verrechnung verfällt die Darlehensschuld der Gesellschaft.

Am besten lässt sich der Debt-Equity-Swap an einem Beispiel erklären:

Verrechnungsliberierung an einem Beispiel erklärt

Die Muster AG hat Aktiven von 500, ein Aktienkapital von 300 und in ihrem Fremdkapital, welches insgesamt 700 beträgt, befindet sich ein noch nicht zurückbezahltes Darlehen im Wert von 200 von Herrn Meier.

Nun möchte die Muster AG eine Kapitalerhöhung zu Gunsten von Herrn Meier durchführen, indem Herr Meier sein Darlehen (Fremdkapital) in Eigenkapital der Gesellschaft umwandelt. Als Folge dieses debt-equity-swaps erhöht sich das Aktienkapital von ursprünglich 300 auf 500 (300 + 200 = 500) und das Fremdkapital reduziert sich um 200 auf 500.

Durch die Kapitalerhöhung wurde die Darlehensschuld von Herrn Meier getilgt und gleichzeitig das Eigenkapital der Gesellschaft erhöht.

Letztes Update am April 25, 2017

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