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Steuerprivilegien für juristische Personen

Derzeit existieren in der Schweiz noch drei Spezialfälle im Bereich der Gewinnsteuern von juristischen Personen. Dem betroffenen steuerpflichtigen Unternehmen können diese Spezialregime teilweise erhebliche Steuervorteile einbringen, weshalb diese Praxis international unter Druck gekommen ist. Es ist damit zu rechnen, dass es in naher Zukunft zu Änderungen bei den Spezialregimen kommen wird.

Besteuerung von Beteiligungsgesellschaften

Ist eine Gesellschaft massgeblich an einer anderen Gesellschaft beteiligt (>10%), so geniesst der Ertrag aus dieser Beteiligung sowohl beim Bund als auch bei den Kantonen einer privilegierten Besteuerung (sogenannter Beteiligungsabzug). Es soll damit eine Mehrfachbelastung des gleichen Gewinnes verhindert werden.

Beispiel:

Firma A besitzt 100% der Aktien an Firma B. Die Dividende von Firma B an Firma A unterliegt bei Firma A dem Beteiligungsabzug und wird in der Regel praktisch nicht besteuert. Dies deshalb, weil der Gewinn ja bereits bei Firma B versteuert wurde.

Besteuerung von Holdinggesellschaften

Gesellschaften, deren Zweck ausschliesslich oder hauptsächlich in der dauernden Verwaltung von Beteiligungen anderer Unternehmen besteht, geniessen bei Bund und Kantonen Steuererleichterungen. Beim Bund wird der übliche Beteiligungsabzug angewendet. Die Kantone befreien in der Regel Holdinggesellschaften gänzlich von jeglicher Steuer. Ausgenommen sind Erträge aus Grundeigentum und Grundstückgewinne.

Besteuerung von Verwaltungsgesellschaften

Verwaltungsgesellschaften haben in der Schweiz zwar ihren Sitz und auch eine Verwaltungstätigkeit, aber sie wickeln ihre Geschäfte fast ausschliesslich im Ausland ab. Der Bund gewährt Verwaltungsgesellschaften keine Steuererleichterungen. Die Kantone besteuern die Erträge aus dem Ausland nicht oder nur teilweise, Beteiligungserträge sind steuerfrei. Die übrigen Einkünfte in der Schweiz sind hingegen normal steuerbar.

Spezialfall: Start-up und Standortförderung

Viele Kantone kennen Steuererleichterungen für neu gegründete Unternehmen. Diese neu gegründeten Unternehmen können während maximal zehn Jahren ganz oder teilweise von der Steuerpflicht befreit werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist aber immer, dass es sich um ein volkswirtschaftlich bedeutendes Unternehmen handelt, welches entsprechend viele Arbeitsplätze schafft.

Letztes Update am Oktober 16, 2017

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