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Einkommens- und Vermögenssteuer

Einkommens- und Vermögenssteuer

Sowohl der Bund als auch die Kantone und Gemeinden besteuern das Einkommen natürlicher Personen. Jeder Kanton verfügt über ein eigenes kantonales Steuergesetz. Dazu kommt das Gesetz über die direkten Bundessteuern (DBG), das zudem zahlreiche Abweichungen von den kantonalen Regelungen aufweist. Die Gemeinden erhalten ihre Steuern vielfach in der Form von Zuschlägen zur kantonalen Steuer, oder sie partizipieren am kantonalen Steuerertrag. Auch die Kirchen (Landeskirchen) sind berechtigt, eine Steuer zu erheben. Die Basis für die Kirchensteuer bildet die Veranlagung der Kantons- und Gemeindesteuern.

Einkommenssteuer

Bei der Einkommenssteuer gilt das Prinzip des Gesamtreineinkommens. Steuerbar ist nur das reine Einkommen nach Berücksichtigung aller zulässigen Abzüge.

Bruttoeinkünfte

– Gewinnungskosten (Kosten zur Erzielung des Einkommens)
– Allgemeine Abzüge (Abzüge aus sozialpolitischen Gründen)
= Reineinkommen
– Sozialabzüge (z.B. Kinderabzüge)
= Steuerbares Einkommen

In der Schweiz gelten progressive Steuertarife, d.h. hohe Einkommen werden mit einem höheren Steuertarif besteuert als tiefe Einkommen.

Zum steuerbaren Einkommen gehören:

– Erwerbseinkünfte (Lohn, Gewinn bei selbständiger Tätigkeit, Gewinn auf Geschäftsvermögen)
– Vermögenserträge (Wertschriftenertrag, Liegenschaftenertrag)
– Vorsorgeeinkünfte (AHV-, IV-Renten, Pension)
– Sonstige Einkünfte (Arbeitslosenentschädigung, Taggelder, EO-Entschädigung, Alimente, Versicherungsleistungen bei Tod sowie Invalidität, Lotteriegewinne)

Bei den Abzügen unterscheidet man zwischen Gewinnungskosten, allgemeinen Abzügen und Sozialabzügen.

Zu den Gewinnungskosten gehören:

– Berufsauslagen Unselbständigerwerbender
– Geschäftsaufwand Selbständigerwerbender
– Vermögensverwaltungskosten

Die allgemeinen Abzüge beinhalten unter anderem:

  • Unterhaltsbeiträge an geschiedene oder getrennt lebende Ehegatten und/oder nicht unter elterlicher Sorge stehender Kinder
  • Beiträge an AHV, IV, EO, Unfallversicherung, Beiträge an die Pensionskasse
  • Behinderungsbedingte Kosten
  • Private Schuldzinsen
  • Beiträge an Säule 3a
  • Versicherungsprämien für Lebens-, Kranken-, Unfallversicherung sowie Zinsen auf Sparkapital
  • Zweiverdienerabzug bei Erwerbstätigkeit beider Ehepartner
  • Spenden
  • Krankheits- und Unfallkosten sofern die selbst getragenen Kosten 5% des Nettoeinkommens übersteigen

Als Sozialabzüge gelten:

  • Kinderabzug
  • Unterstützungsabzug bei Unterstützung von erwerbsunfähigen oder beschränkt erwerbsfähigen Personen
  • Ehegattenabzug

Vermögenssteuer

Kantone und Gemeinden, nicht aber der Bund, erheben eine Vermögenssteuer von natürlichen Personen.

Personen die in der Schweiz unbeschränkt steuerpflichtig sind, müssen auf ihr gesamtes weltweites Vermögen Steuern zahlen. Im Ausland gelegene Liegenschaften werden in der Schweiz nicht besteuert. Sie müssen jedoch ebenfalls deklariert werden, da sie zur Steuersatzbestimmung (auf Grund der Progression) berücksichtigt werden. Somit muss auch die Ferienwohnung im Ausland in der Steuererklärung deklariert werden.

Grundsätzlich wird das Vermögen zum Verkehrswert erfasst. Vom Gesamtvermögen können sämtliche ausgewiesenen Schulden abgezogen werden. Auf diese Weise wird nur das Nettovermögen besteuert.

Vom Nettovermögen werden kantonal verschiedene Abzüge (Sozialabzüge) vorgenommen. Zudem gewähren die meisten Kantone bestimmte Steuerfreibeträge.

Die Vermögenssteuertarife sind fast durchwegs progressiv ausgestaltet. Sie betragen je nach Kanton zwischen 1 und 5 Promille des steuerbaren Vermögens. Ein steuerbares Vermögen von bspw. CHF 500’000 ergibt in der Stadt Zürich Vermögenssteuern von rund CHF 550-700 (je nach Tarif). Bei einem Vermögen von CHF 5 Mio. erhöht sich die Vermögenssteuer aber bereits auf rund CHF 25’000.

Letztes Update am Mai 19, 2017

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