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Begründen einer Steuerpflicht

Was löst eine Steuerpflicht an einem bestimmten Ort aus?

Wo ist z.B. das Ferienhaus in Italien zu versteuern? Oder das Arbeitseinkommen bei einem Wochenaufenthalter oder Grenzgänger?

Eine persönliche Zugehörigkeit zu einem Gemeinwesen begründet dort eine unbeschränkte Steuerpflicht (primäres Steuerdomizil). Bei natürlichen Personen ist der Wohnsitz die wichtigste Voraussetzung für eine Steuerpflicht. Bei juristischen Personen ist dies der statutarische Sitz. Steuerrechtlich versteht man unter Wohnsitz jenen Ort, an dem sich der persönliche Lebensmittelpunkt befindet. In der Regel ist das dort, wo die Familie (Ehepartner, Kinder) lebt. Dort muss das gesamte Einkommen deklariert und versteuert (mit Ausnahme von Einkommen und Vermögen aus Grundeigentum) werden.

Einkommen und Vermögen beispielsweise aus Grundeigentum ist dagegen immer am Ort der Sache zu versteuern, d.h. dort, wo sich die entsprechenden Immobilien befinden. Man spricht dabei von wirtschaftlicher Zugehörigkeit und begründet eine beschränkte Steuerpflicht an einem solchen Ort (sekundäres Steuerdomizil). Das Ferienhaus in Italien muss somit in Italien versteuert werden, muss jedoch trotzdem in der Schweizer Steuererklärung deklariert werden, da das Einkommen und Vermögen aus Grundeigentum zur Steuersatzbestimmung (Progression) benötigt wird.

Hat ein Arbeitnehmer seinen Lebensmittelpunkt beispielsweise in Zürich, arbeitet aber in Basel und hält sich während der Woche auch in einer eigenen Wohnung in Basel auf, so kann es sich um einen sogenannten Wochenaufenthalter handeln. Das primäre Steuerdomizil ist in diesem Fall Zürich und der Wochenaufenthalter kann Mehrauslagen für auswärtige Verpflegung, für ein Zimmer am Arbeitsort sowie die Fahrkosten für die wöchentliche Reise vom Arbeits- zum Wohnort vom steuerbaren Einkommen abziehen.

Den Status des Wochenaufenthalters gibt es auch im internationalen Verhältnis. Hat bspw. ein Arbeitnehmer mit Arbeitsort in der Schweiz seinen Wohnort (und Lebensmittelpunkt) im Ausland, wohin er auch mindestens alle 2 Wochen zurückkehrt, so sind nur die Erwerbseinkünfte aus dem Schweizer Arbeitsverhältnis in der Schweiz steuerbar. Der internationale Wochenaufenthalter kann Fahrkosten, Kosten für auswärtige Verpflegung und Unterkunft vom steuerbaren Einkommen abziehen.

Davon zu unterscheiden ist der Grenzgänger. Als Grenzgänger gelten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in der Schweiz keinen steuerrechtlichen Wohnsitz haben und deshalb nach Arbeitsschluss regelmässig an ihren Wohnsitz im Ausland zurückkehren. Ihr Arbeitseinkommen unterliegt der Schweizer Quellensteuer, während aber das Hauptsteuerdomizil am Wohnort im Ausland verbleibt. Die Schweiz hat unterschiedliche Abkommen mit den angrenzenden Staaten abgeschlossen. So gilt bspw. für Grenzgänger aus Deutschland ein beschränkter Steuersatz von 4.5%.

Damit es bei solchen Konstellationen nicht zu einer Doppelbesteuerung kommt (zweifache Besteuerung des gleichen Einkommens in zwei Staaten) bestehen sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den Staaten. Mittels Ausscheidungsregeln wird der Doppelbesteuerung entgegengewirkt.

Letztes Update am April 25, 2017

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