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Die Veranlagungsverfahren

Bei den Steuern gibt es drei [i] verschiedene Verfahren der Veranlagung:

1. Amtliche Veranlagung

Bei diesem Verfahren wird die Steuer durch die zuständige Behörde allein auf Grund von Tatsachen festgelegt, welche ihr bekannt sind. Eine Mitwirkung der Steuerpflichtigen ist in diesem Verfahren weder notwendig noch möglich (z.B. bei der Motorfahrzeugsteuer und bei der Hundesteuer).

2. Selbstveranlagung

Die Steuerpflichtigen nehmen die Veranlagung selbst vor, indem sie die Bemessungsgrundlage deklarieren, die Steuer berechnen und den Steuerbetrag einzahlen. Die zuständige Behörde nimmt lediglich Kontrollen und unter Umständen Berichtigungen vor (z.B. bei der Mehrwertsteuer, bei der Verrechnungssteuer [VSt] und bei den Stempelabgaben).

3. Gemischte Veranlagung

Diese Form enthält Elemente aus der Selbstveranlagung und der amtlichen Veranlagung. Sie findet Anwendung bei den direkten Steuern. Die Steuerpflichtigen haben die Pflicht zur Deklaration aller massgebenden Tatsachen, während die Steuerbehörde diese Angaben über-prüft und den Steuerbetrag in der Veranlagungsverfügung festlegt.

Da dieser Artikel sich nur mit der Problematik der Veranlagung der direkten Steuern befasst, ist in der Folge nur diese letzte Art der Veranlagung (gemischte Veranlagung) betroffen.

Aufgrund des Föderalismus in der Schweiz gibt es 27 Steuergesetze (26 kantonale und 1 eidgenössisches Steuergesetz). Für die Veranlagung der Steuern ist also ein Kanton zuständig, welcher auch gleich die Direkte Bundessteuern veranlagt. Konkret erfolgt das so:

Anfangs Jahr erhält der Steuerpflichtige (Ausnahme teilweise quellenbesteuerte) eine Steuererklärung zugestellt. Diese muss er innerhalb der Frist beim Steueramt ausgefüllt einreichen. In der Steuererklärung deklariert der Steuerpflichtige sein Einkommen des Vorjahres, gewisse steuerlich zulässige Abzüge sowie sein Vermögen.

Die Steuererklärung wird vom Steueramt geprüft und entweder für korrekt befunden oder entsprechend angepasst (zu Gunsten oder Lasten des Steuerpflichtigen).

Ist der Steuerpflichtige mit der definitiven Einschätzung des Steueramtes nicht einverstanden, so gibt es mehrere Stufen des Rechtsweges, welche kantonal verschieden sind. In Zürich gilt folgender Weg:

  1. Einsprache: Mit der Einsprache gibt man dem Steueramt die Möglichkeit, die Einschätzung nochmals zu überdenken, insbesondere weil vielleicht offensichtliche Fehler begangen wurden oder Dokumente anders gewürdigt wurden.
  2. Führt auch die Einsprache nicht zum gewünschten Erfolg, kann an das Steuerrekursgericht gelangt werden.
  3. Im weiteren gibt es noch eine oder zwei Instanzen (Gerichte) um ein Urteil weiterzuziehen.

Zu Beachten ist, dass die vom Gesetz vorgesehen Fristen (häufig 30 Tage) unbedingt eingehalten werden müssen, da sonst der Rechtsweg verschlossen ist. Es lohnt sich daher, rechtzeitig die Briefe des Steueramtes auf die Richtigkeit zu überprüfen.

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[i] Gemäss Steuerkonferenz

Letztes Update am Mai 2, 2017

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