Business Modell und Strategieentwicklung

Wie viel Business Modell und Strategieentwicklung braucht ein KMU?

Die Entwicklung von neuen Business Modellen, gerade im Zusammenhang mit der Digitalisierung, ist momentan in den Medien, sozialen Netzwerken, Networking-Anlässen und Konferenzen in aller Munde.

Grundsätzlich gibt es bei den KMU und im Mittelstand zwei Lager: das eine sagt «wir haben eine zukunftsgerichtete Strategie, unser Business Modell ist erfolgreich und soll so bleiben», das andere sagt «unser Business Modell hebt uns von anderen ab, wir verzichten auf unflexible, langfristige Strategiepapiere».

Wer hat jetzt recht? Kann man das eine tun und das andere lassen?

Mitnichten. Sie ergänzen sich! Das Business Modell definiert das Zieldesign, die Ziellogik des Geschäftes, die Strategie beschreibt den Weg und die Messgrössen, wie dies erreicht werden soll. Das Business Modell und die Strategie sind abhängig von einender.

Business Modell

Figur 1: vereinfachter Zusammenhang zwischen Business Modell und Strategie

Viele Verwaltungsratspräsidenten und CEOs von KMUs und dem gehobeneren Mittelstand stellen sich die Frage, welcher Zeitumfang für die Entwicklung von Business Modellen und Strategien zielführend ist und geleistet werden soll.

Ist ein Business Modell und eine Strategie genug?

Wichtig ist zu erkennen, wie viele Business Modelle ein Unternehmen hat. Sind es Produkte oder Dienstleistungen, die in Sparten organisiert sind, welche ganz andere Märkte ansprechen, z.B. Schrauben als Massenware und für medizinische Zwecke? Dann wird sich wahrscheinlich auch der Markt und die zukünftigen Bedürfnisse verschieden entwickeln und dementsprechend braucht müssen verschieden Strategien entwickelt werden.

Kurze Reviewphasen in kürzeren Zyklen

Durch die sich immer schneller wechselnden Marktbedingungen, den kürzeren Technologiezyklen und dem immer stärkeren Einfluss der Endkunden, z.B. durch Social Media, empfiehlt es sich, eine agile Strategie- und Business Modell Entwicklung zu wählen, um schnell am Markt reagieren zu können.

Wichtig ist, dass Trends der Digitalisierung, welche nicht nur das Unternehmen selber, sondern auch die Kunden, Lieferanten, Endkunden, Dienstleister und andere Geschäftspartner stark beeinflussen werden, erkannt und evaluiert werden.

Die Digitalisierung erleichtert oft auch innovativen Kleinfirmen den Markteintritt. Diese Konkurrenz muss erkannt und beobachtet werden.

Daher empfiehlt es sich, die Review Zyklen tendenziell kurz zu halten und dafür gezielte Themen bei den Reviews in den Fokus zu stellen um die Reviewphase sinnvoll kurz zu halten.

Tipps

  1. Ein Agendapunkt: die Entwicklung/Review des Business Modells und der Strategie zusammen behandeln – Business Modell und Strategie stehen in gegenseitiger Abhängigkeit.
  2. Höhere Agilität: kürzere Strategie-Review Zyklen, je nach Industrie sogar alle 6 Monate.
  3. Schwerpunkte setzen: nur die aktuellen Themen (z.B. eine neue Technologie ist auf dem Markt, ein neuer Mitbewerber, etc.) analysieren und reviewen.
  4. Iteratives Vorgehen: nicht den Review an einem oder aufeinander folgenden Tagen. bewältigen, durchführen. Gute Ideen, und vor allem Änderungen, brauchen Zeit zum Reifen.
  5. Umsetzungsorientiert: am Ende des Review Zyklus sollten Projekte mit klarer Zielsetzung, Verantwortlichkeiten und Zeithorizonte gesetzt werden.
  6. Messbarkeit: darauf achten, dass die Strategie- und Umsetzungsziele messbar sind und nicht irgendwelchen Team- und Individualzielen entgegenlaufen. Sonst bleibt die Strategie/Business Modell Änderung ein Papiertiger.
  7. Kommunikation: klar formulierte Richtungsänderungen und -vorgaben helfen den Mitarbeitern, die Änderungen auch mitzutragen und umzusetzen.
  8. Externen Facilitator/Moderator für die Review-Zyklen holen, um die Aussenperspektive zu wahren, um als «Blitzableiter» zu dienen und als neutralen Knotenpunkt zu agieren, welcher auch mal eine dominante Führungsperson zum Zuhören bringt.
Letztes Update am August 22, 2017

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